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DJ IM NEBENJOB: Stress Pur oder Erholung vom Alltag?

Bist Du DJ im Nebenjob?

Falls Du nicht gerade ein weltweit gebuchter DJ oder Producer bist oder ein Mobile DJ, der damit hauptberuflich sein Geld verdient, hast Du wahrscheinlich noch einen „normalen“ Job unter der Woche. Jeder, der das mal eine Weile gemacht hat, merkt schnell, dass das übelst stressig sein kann.

Du kommst Freitag nach der Arbeit um 17 Uhr nach Hause, ruhst dich kurz aus. Um 18 Uhr checkst Du 1-2 Stunden neue Musik und sortierst für den Abend, Dann noch duschen und schnell was essen und spätestens um 22 Uhr geht’s los in den Club. Dann auflegen bis um 5 Uhr, abrechnen, heimfahren. Gegen 7 Uhr kommst dann ins Bett, weil direkt schlafen geht meistens auch nicht. Um 12 Uhr wieder raus, vielleicht kurz was erledigen oder in Sport/Freundin, etc. und dann ist auch schon wieder 17 Uhr und es geht von vorne los. Sonntag Abend kannst dann um 22 Uhr noch nicht pennen, weil dein Rhythmus total im Arsch ist und du erst Mal 2 Tage zum Regenerieren brauchst.

Kommt dir irgendwie BEKANNT vor?

Problem ist, das hältst Du nicht lange durch. DJing ist aber leider kein Sprint, sondern eher ein Marathon, denn der Erfolg kommt selten über Nacht. Bedeutet, je länger Du es schaffst regelmäßig aufzulegen und gebucht zu werden, desto größer sind deine Chancen, als DJ erfolgreich zu werden. Egal ob Du auf besser bezahlte Gigs, größere Clubs oder ein eigenes Release aus bist.

Aber wie schaffst Du es durchzuhalten, ohne nach einem 1 Jahr einen „Burn-Out“ zu bekommen?

DJ im Nebenjob

#1 GIGS IM VORAUS PLANEN

Um länger durchzuhalten, brauchst Du einen Terminplan, der für dich auch schaffbar ist. Klar, schaffbar heißt jetzt für jeden von uns etwas anderes. Der eine hat vielleicht einen easy Tagesjob, bei dem er vielleicht sogar noch nebenher jeden Tag neue Musik checken kann. Der andere ist 5 Tage die Woche im Ausland unterwegs und nur am Wochenende daheim.

Vielleicht hast Du auch schon Kinder zu Hause oder spielst nur Hochzeiten, für die Du am Wochenende teilweise durch ganz Deutschland fahren musst.

Der erste Schritt ist also, dir zu überlegen, was Du noch alles für Verantwortungen hast und wie viel DJing da noch rein passt.

BEISPIEL – Wenn Du Montag bis Freitag einen ganz normalen Job hast, kannst Du erst einmal versuchen 2 Mal im Monat am Freitag Abend aufzulegen. Wenn dich das nicht stresst, dann gehe hoch auf 3 Mal im Monat. Oder check, ob Du nicht einmal pro Monat am Donnerstag auflegen kannst, wenn Du Freitags auch mal später zur Arbeiten kommen kannst. Donnerstag Gigs sind oft etwas leichter zu bekommen und enden meistens auch früher als am Wochenende.

Die Idee ist, die Anzahl deiner Gigs nur langsam zu steigern und nicht immer so viel Aufträge wie möglich anzunehmen.

Meine Eigene DJ Burn-Out Story
Ich arbeitete 2008 damals für eine Unternehmensberatung und war meistens 5 Tage die Woche unterwegs. Montag Morgens um 6:00 Uhr in den ersten Flieger und Freitag Abends zurück. Auf dem Rückflug habe ich meine Musik vorbereitet, bin danach nach Hause gehetzt, habe meine Sachen gepackt und ab in den Club. Am Samstag das Gleiche wieder und Sonntags konnte ich oft Abends gar nicht mehr schlafen und am Montag gings meistens auch schon um 4:00 Uhr wieder los zum Airport.

Ganz ehrlich, die ersten paar Wochen fühlte sich das richtig cool an. Richtiges Jetsetter Leben. Aber nach 2-3 Monaten war es die Hölle. Ich war immer müde, ständig irgendwie krank und verlor irgendwie auch die Motivation zum Auflegen. Hätte ich damals nur ein wenig den Fuß vom Gas genommen, wäre das wesentlich klüger gewesen.

#2 EIN WENIG CHAOS IST OKAY

Aber egal wie diszipliniert, strukturiert oder vernünftig Du bist…irgendetwas kommt halt immer dazwischen: Du musst im Job irgendeine Abgabe einhalten oder dein Boss schüttet dich mit Arbeit zu. Die Weihnachtsferien stehen vor der Tür und Du hast 3 Mal so viele Anfragen, wie sonst. Du hast eine neue Flamme auf Tinder kennengelernt und willst am Wochenende auch mal auf ein Date gehen.

Egal was, das Leben ist oft einfach nicht planbar: manchmal musst Du einfach mehr Zeit auf der Arbeit verbringen und manchmal mehr Zeit beim Auflegen. Das ist ganz normal und Du musst dich einfach daran gewöhnen einem von beiden immer mal wieder den Vortritt zu geben.

Am Anfang ist das vielleicht erst einmal ein wenig stressig. Immer so viel schieben und planen und von Zeit zu Zeit auch mit dem Chaos klarkommen. Aber dieses 2-Gleisig fahren macht dich auch stärker und Du kannst viele Dinge lockerer sehen, als jemand, der total abhängig vom Auflegen ist.

Meine Eigene DJ Burn-Out Story
Im Jahr 2013 legte ich mittlerweile nur noch 4-5 Mal im Monat auf, aber startet auch meinen Blog DJ Tobander. Zwar hatte ich mittlerweile den Job gewechselt und flog nicht mehr ganz so viel, aber der Blog verschlang Unmengen an Zeit. Außerdem hatte ich begonnen an den freien Wochenenden auch Hochzeiten oder runde Geburtstage zu spielen oder Vorträge auf DJ Messen zu halten.

Irgendwie schien ich nichts gelernt zu haben oder war einfach scharf auf die schnelle Kohle, aber nach ein paar Monaten ging es mir wieder so, wie beim ersten Mal. Ich verlor die Lust am Auflegen, konnte mich nicht mehr aufraffen, neue Post zu schreiben und die Vorstellung am Wochenende wieder den ganzen Tag auf einer Hochzeit rumzusitzen war furchtbar.

#3 EIN WENIG CHAOS IST OKAY

Es ist Wahnsinn, wie schnell manchmal die Zeit verfliegt. Deshalb finde ich es wichtig, dass Du dir ab und zu mal ein paar Minuten Zeit nimmst und checkst, ob Du noch klarkommst mit deinem aktuellen Workload. Ob Du noch Spaß an deinem Job und dem Auflegen hast oder ob dich die Doppelbelastung schon stresst.
Kannst Du deine Arbeit im Geschäft noch erledigen oder stresst dein Boss schon rum? Spielst Du noch gute Sets im Club oder musst Du oft Kritik vom Chef oder Gästen einstecken?

Wenn Du dich das alle paar Wochen mal fragst, hast Du noch genug Zeit, kleine Anpassungen zu machen (paar Tage Urlaub, 1 Gig weniger im Monat, etc.) und läufst nicht Gefahr, dass dir plötzlich alles über den Kopf wächst.

Es gibt ein Gutes Zitat von Steve Jobs zu dem Thema: „Wenn Du morgens aufwachst und dich fragst, ob Du Bock auf das hast, was Du heute vorhast und die Antwort darauf mehrere Tage hintereinander ‚Nein‘ ist, dann ist es Zeit, etwas zu ändern.

Meine Eigene DJ Burn-Out Story
Jedes Mal, bevor so ein „Burn-Out“ vorkam, hatte mir mein Körper eigentlich schon lange vorher eindeutige Signale gegeben, dass etwas nicht stimmte. Klar, kannst Du für eine Zeit, dich durch den ganzen Stress „powern“ oder die Müdigkeit mit Koffein bekämpfen, aber das geht nicht lange gut. Wie bei allem, was auf 120% läuft, ist auch bei dir irgendwann einfach der Akku leer.

FAZIT…
Jeder von uns verträgt eine andere Menge an Stress. Der Schlüssel ist, die eigene Grenze zu kennen, ab der es zu viel für dich wird. Wenn Du dich zu lange darüber bewegst, leidet nicht nur dein DJing, sondern auch deine Gesundheit und all deine Beziehungen darunter.

Heute spricht ja jeder immer von Work-Life-Balance. Ich persönlich denke, das muss nicht immer im Gleichgewicht sein. Es gibt mal stressigere Zeiten, wo Du Gas geben musst, aber dann müssen halt auch mal wieder Phasen kommen, wo Du auf die Bremse treten kannst.

Nur so bleibt einem der Spaß am DJing und auch am Leben erhalten.

Wie siehst Du das? Hattest Du auch schon mal so eine Phase, wo Du keinen Bock mehr auf gar nichts hattest? Wie kommst Du mit der Doppelbelastung klar?

Google+ Tobias Laemmle

Den Artikel ist teilweise inspieriert von einem Post bei DigitalDJTips von Joey Santos.

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{ 4 comments… add one }
  • Deejay-JC 28. November 2017, 13:22

    Hey Tobi, ich kann das was du sagst sehr gut nachvollziehen. Ich hab momentan meine DJ Jobs alle an einen Freund vergeben weil ich gerade diese Phase “ keine lust zum Auflegen“ habe, da es mir Jobtechnisch einfach nicht möglich ist ständig up to date zu sein und bevor ich etwas halblebig mache dann lass ich es lieber ganz sein. Denn ein DJ Job ist für mich wie ein alltagsjob für den ich Geld dafür bekomme damit ich meine Leistung bringe. Danke für deine Geschichten du sprichst mir sehr sehr oft aus der DJ Seele und ich lese daher sehr gern deine neuen Artikel. Weiter so Tobi Grüße Jens

    Reply
  • Stavaru Alexander 27. November 2017, 12:58

    Hallo DJ Tobander, Danke für deine Tipps, bei mir läuft es ähnlich so ab :unter der Woche 3Schichten Betrieb am Wochenende Partys. Erst gestern war ich total fertig um 4 zuhause angekommen um 6 aufstehen nach Italien fahren ein Video zu drehen. Freitag Firmen Weihnachtsfeier, Samstag im Club oder ……. Freundin kommt zu kurz. In meinem normalen Job dauernd beschweren sich meine Kollegen dass ich meine Arbeit nicht gescheit machen wie auch ? Den meine Gedanken sind immer beim :Rechnung geschrieben? Termine Überfall eingetragen, Musik vorbereiten, Anfragen beantworten etc…, Letzte Hochzeit fehlte mir schon mein Lächeln in den Bildern ich werde auch was ändern müssen sonst Burnout vorprogrammiert. Auf jeden Fall die billig Aufträge werde ich nicht mehr annehmen da nehme ich mir Zeit für mich . 2017 ging bei mir richtig Berg auf jetzt muss ich auch auf die Bremse treten den mein Hausarzt sagte zu mir ich muss fauler werden . Es macht noch Spaß und soll auch so bleiben. Danke dir nochmals
    Mfg Alex

    Reply
    • Tobias Laemmle 27. November 2017, 14:00

      Ja exakt. Ist halt echt so ein Abwegen zwischen Aufträge annehmen, wenn viel reinkommt, aber trotzdem nicht den SPASS am DJing zu verlieren.

      Dir viel Erfolg weiterhin!

      Gruß,
      Tobi

      Reply

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