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Ein gutes warm-up zu spielen ist für viele DJs die Königsdisziplin überhaupt.

Warum? Wie Du dabei so viele Fehler machen kannst:

  • zu früh schnelle Tracks spielen
  • zu spät schnelle Tracks spielen
  • Hits spielen, die in die Main-Time gehören
  • dem DJ nach dir Lieder wegspielen
  • etc.

Dazu fühlst Du dich beobachtet, bist vielleicht noch nervös, weißt nicht genau, was Du spielen sollst UND musst die Leute noch zum Tanzen bringen.

Keine leichte Aufgabe. Erst recht, wenn Du noch Newcomer bist. Aber gerade als Newcomer spielst Du ja häufig das Warm-Up. Und leider gibt es HEUTE dafür keine so festen Regeln mehr wie früher.

Der Warm-Up DJ hält sich zurück, spielt keine Hits und lockt ein paar Leute auf die Tanzfläche, damit der Laden nicht mehr so leer aussieht, wenn die meisten kommen. Kurz:

AUF LAUTSTÄRKE ACHTEN, KEINE HITS WEGSPIELEN UND TANZFLÄCHE FÜLLEN.

Ganz so einfach kann man das heute glaube ich nicht mehr sagen…

So sieht die Tanzfläche zu Beginn deines Warm-Up meistens aus

So sieht die Tanzfläche zu Beginn deines Warm-Up meistens aus

DIE AUFGABEN EINES WARM-UP DJ

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Veranstalter, die sich mit der Musik, die bei ihren Veranstaltungen läuft, gut auskennen, dir als DJ oft ein Konzept vorgeben, was an dem Abend laufen soll. Einmal war es sogar so, dass der Geschäftsführer mich vor meinem Set bat, einmal meine DJ Playlist für den Abend durchschauen zu dürfen. Ich finde das eigentlich eine gute Idee und mehr Veranstalter/Clubbesitzer sollten sich so für die Musik interessieren.

Der Sinn dahinter ist, dass die Leute wissen, was für Musik bei der Veranstaltung laufen wird. Egal welcher DJ an diesem Abend auflegt.

Das heißt nicht, dass alle das Gleiche spielen. Aber Du kannst dir als Gast sicher sein, dass bestimmte Hits auf jeden Fall kommen und dass einige No-Go Tracks auf gar keinen Fall laufen werden, da diese unter Umständen die falschen Leute in den Laden locken.

Wenn Du bei so einer Veranstaltung das Warm-Up spielst, würde ich einfach nur versuchen, langsam die Stimmung zu steigern. Mit etwas langsameren Tracks aus dem unteren BPM-Bereich starten, saubere und einfache Transitions machen und die Lieder etwas länger laufen gelassen. Das ist für mich ein klassischer Warm-Up DJ.

Doch es muss nicht immer so sein. Es gibt durchaus Gigs, wo du das alles komplett vergessen kannst und ganz anders spielen musst…

1. DER MAIN ACT PASST NCIHT ZU DEM KONZEPT DER VERANSTALTUNG

Sagen wir mal, Du legst in einem Hip Hop-Club auf. Es ist ein normaler Abend mit den üblichen Gästen, die gekommen sind, um Hip Hop zu hören. Der Veranstalter hat sich allerdings gedacht, er bucht für heute mal jemanden, der komplett gemischte Musik spielt. Vielleicht weil der gerade in einer TV-Serie aufgetreten ist, er in der Stadt war oder er einem Kollegen einen Gefallen schuldig war. Egal jetzt musst Du damit klar kommen.

Du weißt also, dass die Leute heute weniger Hip Hop Tracks zu hören bekommen, als sonst. In so einem Fall kannst Du locker in deinem Warm-Up schon ein paar Hits spielen, weil Du weißt dass viele dieser Tracks später nicht mehr laufen werden. Und für den Fall, dass der Main Act total versagt, sind die Gäste wenigstens nicht komplett umsonst gekommen, da zumindest ein paar der Songs gelaufen sind, die sie gewohnt sind zu hören.

2. DU SPIELST DAS WARM-UP FÜR EINE SONDERVERANSTALTUNG

Findet bei dir in der Stadt auch mindestens einmal im Monat eine Old-School-, 80er- oder 90er Party statt? Auch bei so einem Event, musst du es mit den Regeln für dein Warm-Up nicht ganz so genau nehmen.

Die Clubs werden bei solchen Events (normalerweise) früher voll, die meisten kennen sich untereinander, die Gäste tanzen oft gleich von Anfang an und Warm-Up bedeutet in so einem Fall, meist die Zeit zwischen öffnen der Türen bis alle drin sind.

Das Warm-Up bei Sonderveranstaltungen sieht oft anders aus, weil die Leute früher kommen

Das Warm-Up bei Sonderveranstaltungen sieht oft anders aus, weil die Leute früher kommen

Ich kann gar nicht so genau sagen was es ist, dass diese Sonderveranstaltungen (egal ob Geburtstag, Sylvester, eine spezielle Location, etc.) von einem normalen Event abhebt. Die Gäste scheinen irgendwie mehr Energie zu haben, den anderen DJs scheint es weniger auszumachen, wenn man Ihnen mal einen Hit wegspielt und die meisten (inklusive der Mitarbeiter) sind normalerweise betrunken. Wenn ich es mir recht überlege, dann ist das wahrscheinlich der Hauptgrund 🙂

3. ES LEGEN NUR GAST DJs AUF

Manchmal wirst du für ein Event mit fünf anderen Gast-DJs zusammen gebucht. Jeder von euch hat dann meist maximal eine Stunde um aufzulegen. Hier bei uns sind das oft Partys des lokalen Radiosenders BigFM, auf der dann mehrere DJs des Senders auflegen.

In so einem Fall, musst du dein Set natürlich ein wenig anpassen, damit ihr nicht alle die selben Lieder auflegt. Aber abgesehen davon, kannst Du spielen, was Du willst. Es ist ein bisschen so, wie auf einem Festival, wo Bands von zwölf Uhr Mittags bis zwölf Uhr Nachts spielen. Die Band, die anfängt, spielt ja trotzdem ihre Hits und fängt nicht langsam an, nur weil sie die ersten sind.

4. DER GAST DJ FÄNGT ERST SEHR SPÄT AN

Letztes Jahr war ich zur Opening-Party im Space auf Ibiza. Headliner für den Abend war Carl Cox. Er sollte jedoch nicht vor 3 AM anfangen zu spielen. Sein Warm-Up DJ (Fedde Le Grand), fing um 22 PM an und das Space war zu diesem Zeitpunkt schon brechend voll. Was also macht er. Er kann wohl kaum jetzt fünf Stunden lang ein klassisches Warm-Up Set spielen! Er musste versuchen die Stimmung der Leute anzuheben, jedoch nur soweit, dass Carl Cox anschließend noch in der Lage ist, einen draufzusetzen.

Was also macht Fedde Le Grande; er fängt an so eine Art Adam Beyer Techno zu spielen. Big Beats, massive Basslines, übertriebene Build-Ups. Eine ganz andere Richtung, wie das, was später Carl Cox spielen würde. So trat er ihm nicht auf die Füße und konnte trotzdem die Stimmung weiter steigern, als dies mit einem normalen Warm-Up möglich gewesen wäre.

Wenn du also für jemanden das Warm-Up spielst, der erst sehr spät startet, versuche die Stimmung zu steigern, aber gehe einen musikalisch anderen Weg, als der Headliner (z.B. Dance Charts // Uptempo RnB). Auf diese Weise, kannst du sogar noch Musik auflegen, die Du sonst unter normalen Umständen nie spielen würdest.

Nicht vergessen…
Viele verstehen unter Warm-Up so etwas wie eine Herabsetzung, die dich davon abhält, gute und aktuelle Musik zu spielen. Doch das stimmt überhaupt nicht. Auf gewisse Weise, ist es sogar schwieriger ein Warm-Up zu spielen, als die Main-Time.

Du musst den Gästen das Gefühl vermitteln, sie sind am richtigen Ort heute Abend und sie werden die Musik hören, wegen der sie gekommen sind. Dabei musst Du immer auf einer bestimmten musikalischen Spur bleiben, darfst auf dieser jedoch nicht zu schnell werden und musst auch noch die Tanzfläche füllen.

Wenn die Leute noch im Eingang stehen oder gerade ihre Jacken abgeben oder auf ihren ersten Drink warten, genau dann sollte die Aufgabe eines Warm-Up DJs sein, die Leute aufzuwärmen.
Außerdem kann ein richtig gutes Warm-Up den Main Act ziemlich einschüchtern. Du hast langsam die Stimmung der Leute angehoben und sie tanzen jetzt egal was Du spielst und das alles, ohne einen einzigen Club-Banger, Hit oder Musikwunsch zu spielen. Und…die meisten der Gäste sind jetzt noch nicht einmal betrunken.

Aber, wie du gesehen hast, gibt es ein paar Ausnahmen von diesen Grundregeln. Doch auch wenn eines der vier beschriebenen Szenarios eintritt, solltest du folgendes nie vergessen:

  • spiel keine Lieder, die von dem DJ nach dir stammen
  • halte dich an die dir vorgegebenen Time-Slots
  • immer höflich bleiben

Selbst wenn du einmal mit jemanden aneinander gerätst, versuche cool zu bleiben. Es lohnt sich sicher nicht einen Job (Gig) oder Kollegen darüber zu verlieren, an einem Abend zu hart/neu/alt gespielt zu haben.

Falls Du dir jetzt mal ganz konkret ein paar Warm-Up Playlisten und was DJs heute so spielen anschauen willst, check einfach mal das PLAYLISTEN ARCHIV hier auf der Seite.

Was ist eure Meinung? Sollte ein Warm-Up DJ sich immer zurückhalten oder gibt es Gelegenheiten, bei denen das nicht gilt? Hast du schon einmal ein besonders guten Warm Up-DJ oder Playlist gehört und der anschließende Main Act war Katastrophe.. oder umgekehrt?

Google+ Tobias Laemmle

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{ 22 comments… add one }
  • DJ Apacx 29. November 2015, 13:38

    Hallo,

    ich melde mich mal nach einiger Zeit zurück, um dir zu berichten, wie das Auflegen abgelaufen ist.
    Erstmal ist zu sagen, dass es kurz vor dem Auftritt paar Probleme gab, sodass ich nicht mit den 2000er auflegen konnte. Also musste ich meinen Controller nehmen.
    Ansonsten war das Warm-Up sehr gut. Den Leuten und vor allem dem Clubbesitzer hat es gefallen.
    Zwischendrin, also um 2 Uhr und 4 Uhr, durfte ich dann nochmal auflegen und bisschen Gas geben.
    Ich habe am Ende auch noch paar Tipps bekommen, was ich verbessern sollte.

    Es hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht und es war eine komplett neue Erfahrung. In nächster Zeit darf ich das Gleiche nochmal machen. Bis dahin habe ich dann hoffentlich auch den Pioneer DDJ SX2 Controller und komme dann auch professioneller rüber.
    Danke nochmal für deine Tipps, haben mir sehr geholfen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Adrian

    Reply
  • DJ Apacx 3. November 2015, 16:12

    Alles klar. Dann bin ich bisschen beruhigter.

    Ich werde vor Freitag nochmal den ein oder anderen Laden besuchen, ob die die großen Geräte haben. Habe leider noch nie danach geschaut, weil für mich die Preise einfach utopisch sind, weil ich noch Schüler bin. Langsam wird es aber interessant mal zu überlegen, ob man sich mit einem Kauf beschäftigt. 😀

    Ok, dann werde ich mir meine Liste nochmal genauer anschauen und mir dann eine grobe Linie überlegen. Meine Listen kenne ich in- und auswendig, da ich eigentlich jeden Tag übe, um mich dort von meiner besten Seite zu zeigen.

    Danke nochmals für deine Hilfe. Ich werde dir mal nach dem Auflegen berichten, wie es gelaufen ist. 🙂

    Gruß
    Adrian

    Reply
    • Tobias Laemmle 4. November 2015, 17:45

      Mach das Adrian. Ist völlig normal, wenn dann kurz davor nervös wirst. Das geht jedem so.

      Aber wenn Du dich so gut vorbereitet hast, deine Tracks in und auswendig kennst und ungefähr den Style der Leute dort abschätzen kannst, dann hast du 90% der Arbeit schon erledigt.
      Dann brauchst nur noch hingehen und SPASS bei deinem Set haben.

      Also viel Erfolg man!

      Reply
  • DJApacx 28. Oktober 2015, 15:24

    Hallo,

    ich habe hier deine Tipps für ein Warm-Up Set gelesen und wollte dich mal um Rat fragen.
    Ich bin seit ungefähr einem 3/4-Jahr zusammen mit zwei Freunden (alle 19 – 21 J. alt) hobbymäßig DJ. Das heißt, dass ich bisher auf Geburtstagen mit höchstens 80 Leuten aufgelegt habe.
    Jetzt habe ich am kommenden Wochenende in einem Club in meiner Nähe einen Auftrag bekommen. Da die Veranstalter noch keine Ahnung haben, wie ich auflege bzw. was ich am Mischpult kann, soll ich erst einmal die erste Stunde die Leute sozusagen aufwärmen.
    Ich habe mir mal Gedanken gemacht wie ich an diese Stunde rangehe:
    – als erstes mehrere Tracks ruhiges Deep-House oder sogar Tropical-House (Uruguay (EDX’s Dubai Skyline Remix)
    – danach härteres Deep-House (z.B.: Koala, Rumors (Curbi Remix), etc.)
    – jetzt paar Deep-Remixe von Charts (wenn deren nicht schon im Original Deep-House ist) (z.B.: Intoxicated, Ghost Town (Cossy Remix)
    – zum Schluss vielleicht sogar noch bisschen in Richtung Progressive-House oder Bigroom-House gehen, ohne den nachfolgenden DJs die Tracks zu ‚klauen‘.

    Was hältst du von dieser Genre-Auswahl? Oder was würdest du noch besser machen?

    Ein anderes Problem wird noch sein, dass ich noch nie mit 2000er Nexus aufgelegt habe. Ich habe mir zwar Tutorials angeschaut, aber habe ziemlichen Respekt davor. Was hast du für mich für Tipps, damit ich nicht davor stehe, und mich selbst überfordere?

    Ich danke schon mal für die Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    Adrian

    Reply
    • Tobias Laemmle 28. Oktober 2015, 16:49

      Hallo Adrian,

      erstmal Glückwunsch zu dem Sprung. Die meisten Hobby-DJs schaffen es (leider) nie soweit.

      Zur Vorbereitung:
      – Warst du schon einmal in dem Club und weißt, was normalerweise für Musik läuft und gut ankommt?
      – Was für Leute (Alter, Style) gehen normalerweise in den Laden?
      – Wann wird es voll bzw. wann füllt sich normal die Tanzfläche?
      – Versuch AUF JEDEN FALL vorher mal einen 2000er in die Hand zu bekommen (vielleicht ein Kumpel oder da kannst vorher oder schon früher in den Club). Schwierig sind die nicht zu bedienen, aber was du auf keinen Fall willst, ist dass mitten im Set irgendwas nicht stimmt und du die Hälfte der Zeit damit verbringst dir Gedanken um den Player zu machen anstatt um die Leute. Du solltest dich IMMER mit dem vorhanden Equipment VORHER vertraut machen.

      Ansonsten bist du musikalisch glaub gut vorbereitet. Die Hälfte der Zeit wirst du eh improvisieren, aber der grobe Aufbau stimmt würde ich sagen.

      Viel Erfolg auf jeden Fall.

      Reply
      • DJApacx 29. Oktober 2015, 11:25

        Hallo,

        danke erstmal für die schnelle und detailreiche Antwort.

        -Ich bin in diesem Club eigentlich regelmäßig unterwegs. Es wird eigentlich ausschließlich House gespielt, und nur bei außergewöhnlichen Mottos mal Black oder auch Schlager gespielt.
        – Wann der Laden voll wird ist schwierig zu sagen. Wenn gute Preise angeboten werden, ist der Laden schon ab halb 12 brechend voll, anders aber bei ’normalen‘ Abenden. Da wird es sich zwischen 0 Uhr und 1Uhr langsam füllen. An meinem Termin habe ich das Glück (oder vielleicht auch Pech, das weiß ich leider noch nicht :D), dass viele meiner Freunde meinetwegen sofort um 23 Uhr da sein werden, um mich zu unterstützen. Da der Laden ab 16 Jahren geöffnet ist, sind die Gäste auch überwiegend unter 18 Jahre alt, wenn ich mich nicht täusche. Natürlich gibt es auch genügend Leute über 18 Jahre.
        – Ok, das muss ich dann nochmal versuchen zu schaffen. Leider hatte der Club in den letzten drei Wochen geschlossen. Der nächste Termin ist am 6.11, wo ich dann auflegen muss. Also ist es leider nicht möglich vorher nochmal den Club zu besuchen, um einfach mal was auszuprobieren. Ich versuche möglichst früh am Abend hinzufahren, um dann eventuell nochmal die ein oder andere zu Frage zu stellen, damit ich mich mehr mit dem Gerät vertraut machen kann.

        Alles klar. Dann werde ich mir noch paar mehr Tracks dieser Art raussuchen, und versuchen meine Playlist irgendwie zu füllen, um gut vorbereitet zu sein. Auf gar keinen Fall möchte ich eine komplette Playlist im Kopf haben und die einfach nur runterspielen. Dann schon lieber improvisieren, dass klappt auch meistens besser.

        Mit freundlichen Grüßen
        Adrian

        Reply
        • Tobias Laemmle 29. Oktober 2015, 11:30

          Das ist auf jeden Fall gut, dass viele deiner Freunde mitkommen. Das macht schon einmal einen guten Eindruck!

          Vielleicht gibt’s irgendwo einen DJ-/Elektronik Laden, der die 2000er hat? Dann kannst dir das dort mal anschauen.

          Ja, mach das so mit den Tracks. Eine grobe Linie in welche Richtung du spielen willst reicht völlig. Eine starre Playliste bringt eigentlich nichts, da ein Abend sich IMMER anders entwickelt, als man denkt 😉

          Aber Welche Lieder du in deiner Playlist hast, das solltest du in und Auswendig kennen, um spontan reagieren zu können und nicht erst ewig suchen zu müssen.

          Gruß,
          Tobi

          Reply

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